{"id":3182,"date":"2022-05-06T13:25:51","date_gmt":"2022-05-06T13:25:51","guid":{"rendered":"http:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/?p=3182"},"modified":"2024-10-30T07:47:27","modified_gmt":"2024-10-30T07:47:27","slug":"folter-nach-rueckkehr-nach-eritrea-wir-fordern-einen-wegweisungsstopp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/folter-nach-rueckkehr-nach-eritrea-wir-fordern-einen-wegweisungsstopp\/","title":{"rendered":"Folter nach R\u00fcckkehr nach Eritrea: Wir fordern einen Wegweisungsstopp!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Recherchekollektiv Reflekt deckt auf: \u201cYonas\u201d bekam einen negativen Asylentscheid, kehrte unter Druck der Schweizer Beh\u00f6rden nach Eritrea zur\u00fcck und wurde dort gefoltert. Er musste zum zweiten Mal in die Schweiz fl\u00fcchten und erneut ein Asylgesuch stellen, welches ihm nun gew\u00e4hrt wurde.<\/strong><br><strong>Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass es unvertretbar ist, Eritreische Gefl\u00fcchtete zur\u00fcck nach Eritrea zu schicken. Das Staatssekretariat f\u00fcr Migration SEM bringt somit Menschen in Gefahr. Yonas ist kein Einzelfall &#8211; eine R\u00fcckkehr nach Eritrea ist nicht sicher. Trotzdem wird jedes 3. Asylgesuch von Eritreer:innen abgewiesen.&nbsp;<\/strong><br><strong>Wir fordern einen Wegweisungsstopp! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>10 vor 10 ver\u00f6ffentlichte in Zusammenarbeit mit dem Recherchekollektiv Reflekt und der Republik zwei Berichte \u00fcber den Fall von \u201cYonas\u201d: <br><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/umstrittene-asylpraxis-erstmals-erwiesen-eritrea-rueckkehrer-wurde-gefoltert\">Bericht vom 3.5.2022<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/play\/tv\/-\/video\/-?urn=urn:srf:video:e2482789-19b7-4239-9872-626ec93ba983 \">Bericht vom 4.5.2022<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Videobeitrag des Kollektivs Reflekt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube aligncenter wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Zur\u00fcck in die Diktatur\" width=\"848\" height=\"477\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Dr2pSNANkCg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption>Video zur Recherche des Kollektivs Reflekt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Schon vor zwei Jahren ver\u00f6ffentlichte das Kollektiv Reflekt ihre Recherche \u00fcber \u201cYonas\u201d, der nach seiner R\u00fcckkehr in Eritrea gefoltert wurde. Seit Jahren weisen wir vom Eritreischen Medienbund Schweiz sowie zahlreiche andere Organisationen darauf hin, dass Eritreer*innen bei einer R\u00fcckkehr Missbrauch und Folter erwartet. Wir wurden nicht geh\u00f6rt. Fragw\u00fcrdig ist, dass der <a href=\"https:\/\/www.ecoi.net\/en\/file\/local\/2017271\/2019_EASO_COI_Eritrea_National_service_exit_and_return.pdf\">EASO-L\u00e4nderbericht<\/a> des SEM \u00fcber Eritrea auf die d\u00fcnne Faktenlage hinweist und Quellen zur Inhaftierung und Folterung von Zur\u00fcckgekehrten nennt. Laut der Reportage wurden die Zur\u00fcckgekehrten nicht von den Schweizer Beh\u00f6rden kontaktiert, um die Folgen ihrer Entscheidung zu beurteilen.<br>Auch die UNO Sonderberichterstatterin kritisierte im Jahr 2020 die Asylpraxis der Schweiz, insbesondere die \u201cfreiwillige R\u00fcckkehr\u201d nach Eritrea, da sie Individuen in Gefahr bringt und die R\u00fcckkehr nicht ad\u00e4quat nachverfolgt werden kann. <strong>Trotz mehreren Beispielen ist das SEM diesen F\u00e4llen nicht nachgegangen und hat die Asylpraxis nicht \u00fcberpr\u00fcft. Mit der derzeitigen Asylpraxis riskiert die Schweiz gegen das <\/strong><a href=\"https:\/\/www.humanrights.ch\/de\/internationale-menschenrechte\/rechtsquellen\/non-refoulement-prinzip\"><strong>Non-Refoulement Prinzip<\/strong><\/a><strong> zu verstossen. Jetzt ist es wirklich an der Zeit die willk\u00fcrliche Asylpraxis gegen\u00fcber Eritreer:innen zu \u00e4ndern!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einen \u00e4hnlichen Fall gab es im Jahr 2013. Damals f\u00fchrte die <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/schweiz-zweimal-wegen-rueckweisungen-nach-sri-lanka-verurteilt-ld.1409043\">Ausschaffung von zwei abgewiesenen Sri-Lankischen Asylsuchenden,<\/a> welche nach ihrer Einreise in ihre Heimat verhaftet und gefoltert wurden, zu einem Stopp der R\u00fcckf\u00fchrungen nach Sri Lanka. <strong>Das Schicksal der Eritreer*innen in den Reportagen muss f\u00fcr die Schweizer Asylpraxis ebenfalls Konsequenzen haben. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie schon vor zwei Jahren fordert der Eritreischer Medienbund Schweiz daher von den Schweizer Beh\u00f6rden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>KEINE NEGATIVENTSCHEIDE F\u00dcR ERITREER*INNEN<br><\/strong>Die Praxis\u00e4nderung des SEM soll r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Der Fall von Yonas* beweist: Die Schweizer Beh\u00f6rden sind <strong>nicht<\/strong> in der Lage, die Risiken einer R\u00fcckkehr nach Eritrea einzusch\u00e4tzen. Die Forderung der Schweizer Beh\u00f6rden nach einer selbstst\u00e4ndigen R\u00fcckkehr ist nicht vertretbar. \u201cNichtwissen\u201d kann nicht mehr geltend gemacht werden, ein Kurswechsel gegen\u00fcber Asylsuchenden aus Eritrea ist n\u00f6tig.&nbsp;<\/li><li><strong>SAMMELN VON INFORMATIONEN ZU ZUR\u00dcCKGEKEHRTEN<br><\/strong>Es ist nicht zu akzeptieren, Asylsuchende auf dem Argument des \u201cNichtwissens\u201d nach Eritrea zur\u00fcck zu zwingen und gleichzeitig die Augen vor den Konsequenzen zu verschliessen. Die Schweiz soll sich verantwortungsbewusst \u00fcber die Folgen f\u00fcr Zur\u00fcckgekehrte informieren. Solange die Schweiz keine Informationen \u00fcber die Sicherheit von R\u00fcckkehrer*innen besitzt oder nicht in der Lage ist, sich solche zu beschaffen, d\u00fcrfen die Asylsuchenden nicht unter Druck gesetzt werden, die Schweiz zu verlassen.&nbsp;<\/li><li><strong>ABSCHAFFEN DER ZERM\u00dcRBUNGSSTRATEGIE <br><\/strong>In<a href=\"https:\/\/www.republik.ch\/2020\/04\/09\/die-zermuerbungs-strategie-oder-wie-schlecht-muss-das-leben-in-der-schweiz-sein-damit-die-eritreer-gehen\"> Teil 2 <\/a>der Reportage wird die unmenschliche Lage beschrieben, in die Personen mit negativem Asylentscheid gebracht werden. Das Ziel: Menschen, die man nicht zur\u00fcckschaffen kann, zur \u201cfreiwilligen\u201d R\u00fcckkehr zu zwingen. Die Schweizer Beh\u00f6rden sind mit dem jetzigen Nothilferegime f\u00fcr eine zweite Traumatisierung von gefl\u00fcchteten Menschen verantwortlich.&nbsp;<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Recherchekollektiv Reflekt deckt auf: \u201cYonas\u201d bekam einen negativen Asylentscheid, kehrte unter Druck der Schweizer Beh\u00f6rden nach Eritrea zur\u00fcck und wurde dort gefoltert. 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