{"id":2365,"date":"2017-11-12T22:51:04","date_gmt":"2017-11-12T22:51:04","guid":{"rendered":"http:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/?p=2365"},"modified":"2019-08-29T10:10:17","modified_gmt":"2019-08-29T10:10:17","slug":"2365-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/2365-2\/","title":{"rendered":"Aufstand der Jugend"},"content":{"rendered":"<p>GENF, 10.11.2017 \u2013\u00a0<a href=\"http:\/\/www.20min.ch\/ro\/news\/geneve\/story\/12918617\">Mehrere hundert Personen aus allen teilen der Schweiz haben sich vor dem Geb\u00e4ude der Vereinten Nationen versammelt. <\/a> In der vordersten Reihe der Protestierenden steht er: Jemal Nourahmed aus St. Gallen. Ein Plakat, dass er hochh\u00e4lt bekr\u00e4ftigt: Christen und Muslime \u2013 Wir lassen uns nicht spalten! Sie wollen zusammen halten gegen die Unterdr\u00fcckung des Regimes in Eritrea und gegen dessen \u00abTeile-und-Hersche-Taktik\u00bb. Sie zeigen sich solidarisch mit den Aufst\u00e4ndischen Sch\u00fclerInnen, die gegen die Verstaatlichung der renommierten Diaa Privat-Schule vor wenigen Tagen in Asmara auf die Strasse gingen (<a href=\"http:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/aufstand-in-asmara\/\">der EMBS berichtete<\/a>) und \u00fcberreichten dem Sekretariat des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen eine Bittschrift. Zum ersten mal seit 26 Jahren durchbrachen vor wenigen Tagen in Asmara Teenager die Angst. F\u00fcr Sie scheint es nichts mehr zu verlieren zu geben. Soldaten schossen in die Luft und es gab duzende Gefangene. Gem\u00e4ss der Quelle des Journalisten Wim Brummenman <a href=\"https:\/\/www.nrc.nl\/nieuws\/2017\/11\/07\/oppositie-in-eritrea-we-bidden-dat-deze-regering-verdwijnt-13889687-a1580231\">verweigerten sich die Soldaten auf die Demonstrierenden zu schiessen.<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_2367\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 848px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2367 size-large\" src=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ahmed_sg-1024x960.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"795\" srcset=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ahmed_sg-1024x960.jpg 1024w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ahmed_sg-300x281.jpg 300w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ahmed_sg-768x720.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Jemal Nourahmed aus St. Gallen (1. von rechts)<\/p><\/div>\n<p>Jemal Nourahmed war vor 30 Jahren selber Sch\u00fcler an der renommierten Diaa-Privat Schule. Ihre Abg\u00e4ngerInnen seien die besten StudentInnen in diversen afrikanischen Universit\u00e4ten. Sie lernen neben Tigrinnisch und Englisch auch Arabisch, haben eine umfassende Bildung in den Naturwissenschaften und lernen den Koran. F\u00fcr die eritreische Regierung war es einen Schock, dass die Sch\u00fclerinnen auf die Strassen gingen. Sofort wurde das ganze Akria (das Quartier, in dem die Diaa Schule steht) vom Milit\u00e4r abgeriegelt. Versammlungen wurden verboten. Auch das Beten in der Moschee. (vgl. auch <a href=\"http:\/\/www.aljazeera.com\/indepth\/opinion\/rare-protest-scared-eritrean-regime-171109150120292.html\">Al Jazeera, Kolumne von Abraham T Zere<\/a>).<\/p>\n<div id=\"attachment_2368\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 848px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2368 size-large\" src=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/alnahur-2-1024x703.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"582\" srcset=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/alnahur-2-1024x703.jpg 1024w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/alnahur-2-300x206.jpg 300w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/alnahur-2-768x527.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Mahir, Monteur aus Dallenwil NW<\/p><\/div>\n<p>Kurz darauf treffe ich auf Mahir. Auch er verbrachte ab 1996 f\u00fcnf Jahre als Primarsch\u00fcler an der Diaa Schule. Sein Bruder hatte dort sein B\u00fcro. Mahir erinnert sich gut an die vollbehangenen W\u00e4nde mit eindr\u00fccklichen Kalligrafien. Sein Bruder war nicht nur Kalligraphe sondern auch wissenschaftlicher Illustrator und zeichnete die K\u00f6rperbilder f\u00fcr den anatomie Unterricht. Heute ist Mahir in der Oppositionsbewegung Al Nahda (\u00abAufstand\u00bb) hier in der Schweiz. Eine Ver\u00e4nderung in Eritrea kann nur mit einem Aufstand von innen kommen. Und danach brauche es als aller erstes einen fairen Prozess f\u00fcr alle Verbrechen der Regierung gegen die Menschlichkeit, meint er.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2369 size-large\" src=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/babekir-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/babekir-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/babekir-300x200.jpg 300w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/babekir-768x511.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/p>\n<p>Meine Aufmerksamkeit f\u00e4llt auf eine Gruppe Jugendlicher. Noch einiges j\u00fcnger sollen die ersten Protestierenden in Asmara gewesen sein. Es ist ein Freundeskreis von 53 Jugendlichen. Sie treffen sich regelm\u00e4ssig, schreiben Texte und machen Videokommentare zu aktuellen Themen und hier an der Demonstration zahlreiche Live-Videos, die innert Stunden mehrere tausende Aufrufe erreichen werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_2370\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 848px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2370 size-large\" src=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Foad-4-1024x660.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"547\" srcset=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Foad-4-1024x660.jpg 1024w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Foad-4-300x193.jpg 300w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Foad-4-768x495.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Fuad ein Sch\u00fcler aus Solothurn ist hier mit seinen Freunden aus der ganzen Schweiz. Sie engagieren sich stark f\u00fcr die Politik.<\/p><\/div>\n<p>Und dann sind da noch die eritreischen Frauen. Ein wenig im Hintergrund haben sie sich getroffen \u2013 Musliminnen und Christinnen aus Genf, Basel, Lausanne, Z\u00fcrich, etc. Sie wollen sich zusammen schliessen, sich treffen und Diskussionen organisieren. Ich komme mit Zewdi ins Gespr\u00e4ch. Die Aufgabe der M\u00fctter sei es, engagierte B\u00fcrgerInnen zu erziehen, sagt sie. \u00abEine Frau, muss ihre Rechte kennen. Nur so kann sie sich gegen die Unterdr\u00fccker verteidigen. Und nur so sich f\u00fcr die Rechte ihrer Kinder einsetzen.\u00bb Die eritreischen Kinder seien alle auch ihre Kinder. Es sei ihre Verantwortung, sie in einem Land aufwachsen zu lassen, welches Menschenrechte hat \u2013 \u00abJa, \u00fcberhaupt das Recht zu leben!\u00bb<\/p>\n<div id=\"attachment_2371\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 848px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2371 size-large\" src=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Frauen_Eritrea-1024x655.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Frauen_Eritrea-1024x655.jpg 1024w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Frauen_Eritrea-300x192.jpg 300w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Frauen_Eritrea-768x491.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Aus eigenem Sack bezahlten sie das Transparent, sagte Zewdi (vorderste Reihe 2. von rechts). In englisch, tigrinnisch und arabisch steht darauf:\u00a0 \u00abWir stehen fest vereint, um das weinen unserer M\u00fctter zu stoppen\u00bb.<\/p><\/div>\n<p>Kholood eine junge Frau kommt, nimmt die Fahne der Unabh\u00e4ngigkeit in die Hand und beginnt sie \u00fcber ihrem Kopf hin und her zu schwenken. Werden es die Jugendlichen und die Frauen sein, die hier und in Eritrea eine Ver\u00e4nderung bewirken k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2373 size-large\" src=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Kholood_FahneRuhig-1024x694.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"575\" srcset=\"https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Kholood_FahneRuhig-1024x694.jpg 1024w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Kholood_FahneRuhig-300x203.jpg 300w, https:\/\/eritreischer-medienbund.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Kholood_FahneRuhig-768x521.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GENF, 10.11.2017 \u2013\u00a0Mehrere hundert Personen aus allen teilen der Schweiz haben sich vor dem Geb\u00e4ude der Vereinten Nationen versammelt. 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